Bestellung
Abb. Aucassin et Nicolette

Eva Boese


AUCASSIN ET NICOLETTE


Als Spiel für den Unterricht in der Mittelstufe bearbeitet.
EAN: 978-3-931370-90-9 ISBN: 3-931370-90-9 36 S. 145x210 mm 4.80 € Anzahl erhöhen
Anzahl erniedrigen


Stichworte:
Sprachen, Französisch,Sagen, Erzählungen, Prosa, Erziehung, Pädagogik, Schulliteratur


Aucassin et Nicolette ist eine um 1220 entstandene (und einzige erhaltene) Chantefable, d.h. eine Geschichte, in der erzählende Prosa oder auch Dialoge mit gesungenen Versen (laisses lyriques) wechseln.
Die Chantefables enthielten Motive der Zeit, also z.B. volkstümliche Abenteuer, vor allem aber durch Religions- und Standesunterschiede bedingte amour contrariés, z.B. die Liebe eines christlichen Ritters und eines orientalischen Mädchens, oder wie in Floire et Blancheflor einer christlichen Sklavin und einem heidnischen Ritter.
Hier ist es die Liebe zwischen dem südfranzösischen Grafensahn Aucassin und der sarazenischen Sklavin Nicolette, deren königliche Herkunft zunächst nicht bekannt ist.
Trotz des gleichen Grundmusters dieser Erzählungen findet man feine Unterschiede in der Gestaltung der Situationen und Personen. In dieser Geschichte ist es z.B. nicht der Ritter, der die ihm von den Sarazenen entführte Nicolette mit ritterlicher Tatkraft zurückgewinnt; die tiefe Trauer lähmt ihn, und er überlässt sich dieser Trauer. So ist es das Mädchen, das den Mut zu einer außergewöhnlichen und gefahrvollen Tat findet und so alles zu einem glücklichen Ende führt.
Dramatische Szenen (zwischen Vater und Sohn) wechseln mit lyrischen (zwischen Aucassin und Nicolette) und rührenden (zwischen Nicolette und ihrem Vater), vor allem aber mit heiteren (wie z.B. die Szenen mit den kindlich verträumten und zugleich misstrauischen kleinen Hirten, die bei aller Naivität durchaus einen instinktiven Realitätssinn haben, wenn es um cinq petits sous geht).

Zur Form:
Die den Szenen vorangestellten Récits (in deutsch und französisch) erfüllen mehrere Aufgaben:
1. Die Schüler werden durch den kurzen Inhaltsüberblick inhaltlich und sprachlich auf das Spiel eingestimmt und vorbereitet.
2. Sprachlich und darstellerisch gut gestaltet, können sie zur Rolle eines mittelalterlichen Erzählers werden, der die Zuhörer heranlocken und fesseln soll.
3. Sie geben zudem die Möglichkeit, bei geschlossenem Vorhang umzubauen.
4. Nicht zuletzt erleichtern sie dem Publikum das Verständnis des fremdsprachigen Spiels.

Die Lieder sind - mit einer Ausnahme (Turmwächter) alte französische Volkslieder, zwei mit Originaltexten, die anderen mit dem Spiel entsprechenden Texten unterlegt. Sie sollten frei, fast erzählerisch gestaltet und z.T. (Jongleur und Nicolettes Erzählung) instrumental begleitet werden.

Das Bühnenbild ist so angelegt, dass mit einer Ausnahme (Carthage) durch leichtes Austauschen kleinerer Kulissenteile (ein Brunnen, ein Turm, eine Mauer usw.) das Bild schnell verändert werden kann.