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Arnold Tirzits
Bach: Das wohltemperierte Klavier
Buch 2, Präludien und Fugen No. I - VIII
Bach lebte und erlebte sein musikalisches Schaffen räumlich in den (akkustisch lebendigen) Sälen und Kirchen Mitteleuropas. Die Werke scheinen haufig von der Orgel inspiriert zu sein.
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Arnold Tirzits' Vision
ist es, das Raumgefühl, mit dem Bach vertraut war, in seiner Musik
lebendig darzustellen. Seine Liebe zum majestätischen und sinnlich-
emotionalen Stil der Barockperiode bestimmt Tempo und Stimmung
seiner Interpretationen.
Die Klangvorstellungen wurden von der Orgel, zusammen mit dem Hammerklavier und Cembalo, beeinflusst. Nach alter Tradition bergen die Tonarten spezifische Charak-tere, zum Beispiel die ins Licht empor-steigende C-dur oder die willenshafte erdenschwere c-moll. Die Praeludien scheinen verschiedene Seelenfarben darzustellen, die Fugen mehr eine kosmisch-geistige Ordnung. Wie Seele and Geist sich ins irdische Leben in all seiner Vielfalt hineinfinden, kann in den zwölf Tonarten der Praeludien und Fugen erlebt werden. Das zur Kunst entwickelte Hinhören sucht nach dem, was zwischen den Tönen schwingt. Aus den trockenen Notenpünktchen wurde so die Gebärdensprache in Bachs Klavierwerken lebendig.
erschienen im
Otanes-Verlag, Berlin |